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02.08.2021

HR & New Work

4 Min. Lesezeit

Team motiviert sich mit Motivationsgruß
Team motiviert sich mit Motivationsgruß

Mitarbeitermotivation verstehen und steigern

Die Mitarbeitermotivation hat zusammen mit der Zufriedenheit im Team maßgeblichen Einfluss auf die Leistungsbereitschaft von Mitarbeitenden und ist somit auch einer der stĂ€rksten Hebel fĂŒr den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen. Doch die RealitĂ€t sieht anders aus: Mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer:innen in Deutschland fĂŒhlen sich nur schwach an Ihr Unternehmen gebunden, haben oftmals sogar innerlich bereits gekĂŒndigt und verursachen auf diese Weise Kosten von schĂ€tzungsweise 118,4 Milliarden Euro pro Jahr. In diesem Beitrag lernen Sie, wie und auf welchen Ebenen Motivation funktioniert und erhalten Tipps wie Sie diese nachhaltig steigern können.

Mitarbeitermotivation – was ist das eigentlich?

Wer im Jahr 2018 arbeitsfĂ€hig geworden ist – das 15. Lebensjahr vollendet hat – muss ab diesem Zeitpunkt durchschnittlich 38,7 Jahre arbeiten. Zusammen mit Schlafen verbringen wir die meiste Zeit des Tages mit Arbeiten. Spaß an der Arbeit zu haben, ErfĂŒllung im Job zu finden, sich weiterzuentwickeln und Anerkennung in seiner Position sowie im Team zu erfahren – das sind wohl die zentralen WĂŒnsche von Mitarbeiter:innen und unter anderem typische Beschreibungen fĂŒr den so oft betitelten „Traumjob“. Sind die BedĂŒrfnisse der Arbeitnehmer:innen erfĂŒllt, wirkt sich dies in hohem Maße positiv auf deren Motivation aus.

Betrachten wir fĂŒr ein besseres VerstĂ€ndnis daher zunĂ€chst, was unter Motivation zu verstehen ist.

Extrinsische Motivation

Zur sogenannten extrinsischen Motivation (lateinisch extrinsecus = von außen), also der durch Ă€ußere EinflĂŒsse gesteuerten Motivation von Mitarbeiter:innen, tragen unter anderem folgende Faktoren bei:

  • Ein attraktives Gehalt sowie die Chance auf Gehaltserhöhungen
  • RegelmĂ€ĂŸige Anerkennung und WertschĂ€tzung im Job durch Kolleg:innen und FĂŒhrungskrĂ€fte sowie das GefĂŒhl der Zugehörigkeit
  • Coporate Benefits, besondere Rabatte, etc.
  • WertschĂ€tzender und offener FĂŒhrungsstil und konstruktiver Umgang mit Kritik

Intrinsische Motivation

Die intrinsische Motivation entsteht demgegenĂŒber aus sich selbst heraus. Mitarbeiter:innen spĂŒren eine hohe Motivation aus sich selbst heraus, was zu einer entsprechend hohen Arbeitsleistung fĂŒhrt. Manche Menschen erleben dieses oftmals als „Flow“ beschriebene GefĂŒhl im Beruf, etwa wenn sie programmieren oder Konzepte schreiben, sowie im sportlichen Umfeld oder bei der AusĂŒbung ihres Hobbys. Diese Art der Motivation ist unabhĂ€ngig von Ă€ußeren EinflĂŒssen wie z.B. Geld und kommt dem Konzept der Selbstverwirklichung sehr nahe.

Intrinsische Motivation kommt etwa zustande, wenn:

  • Menschen eine Sinnhaftigkeit in ihrem Handeln erkennen
  • Die TĂ€tigkeit sich gut anfĂŒhlt und Spaß macht und sich Mitarbeitende auch durch eine wertschĂ€tzende FĂŒhrung wohl fĂŒhlen
  • Sich eine Herausforderung ergibt, die allerdings lösbar ist
  • BeschĂ€ftigte mit Spaß ihre eigenen Kompetenzen erweitern
  • Mitarbeiter:innen die eigenen FĂ€higkeiten und die eigene Schaffenskraft erleben

Welche (wirtschaftliche) Rolle spielt Mitarbeitermotivation?

Warum Unternehmen daran gelegen sein sollte, eine hohe Motivation bei den Mitarbeiter:innen zu wecken, liegt auf der Hand. Motivierte Mitarbeiter:innen sind gerne im Unternehmen tĂ€tig, arbeiten leistungsfĂ€higer und kreativer an Lösungen, anstatt Themen nur abzuarbeiten, sie ziehen an einem Strang, fĂŒhlen sich auch von Vorgesetzten wahrgenommen und sind allgemein zufriedener.

Wie wir bereits anhand der jĂ€hrlichen Umsatzeinbußen im dreistelligen Milliardenbereich gesehen haben, entstehen erhebliche wirtschaftliche Folgen, wenn Menschen sich nicht fĂŒr ihren Job motivieren lassen und innerlich oftmals schon gekĂŒndigt haben. Schwer zu beziffern bis unbezahlbar ist gar die Abwanderung hochqualifizierter FachkrĂ€fte. Mit ihnen verlassen spezifisches Wissen um Prozesse, StĂ€rken und SchwĂ€chen das Unternehmen und kommen vermutlich sogar Konkurrenten zugute. Aufwendige Prozesse wie etwa das Recruiting und Eingliedern von Nachfolgern verursachen Kosten in Höhe von schĂ€tzungsweise bis zu 90 Prozent eines Jahresgehaltes.

Wie lÀsst sich Mitarbeitermotivation messen?

Mitarbeitermotivation können Sie als Arbeitgeber:in entweder direkt messen, z. B. durch Mitarbeiterbefragungen, regelmĂ€ĂŸige Feedbackrunden oder Ă€hnliches. Oder aber Sie messen die Motivation Ihrer Mitarbeiter:innen indirekt auf Basis anderer Faktoren wie KĂŒndigungsrate, Fehlzeiten, Ergebnissen und anderen Kennzahlen.

So verbessern Sie die Motivation Ihrer Mitarbeitenden

Die Motivation und das Engagement Ihrer Mitarbeiter:innen lÀsst sich nicht von heute auf morgen erhöhen. Vielmehr tragen einige grundlegende Faktoren und Voraussetzungen dazu bei, wie:

  • auf Augenhöhe handelnde:r Arbeitgeber:in, welches Arbeitnehmer:innen Lob, Anerkennung aber auch Anreize entgegenbringt und jederzeit Raum fĂŒr Feedback bietet
  • geschultes HR-Personal, das passende Kandidat:innen auswĂ€hlt und von den ersten GesprĂ€chen bis hin zum Onboarding bereits eine hohe Bindung schafft
  • das richtige Umfeld, das durch Arbeitgeber:innen geschaffen wird und durch das richtige Branding eine positive und wertschĂ€tzende Unternehmenskultur bietet

GrundsĂ€tzlich stehen Ihnen drei Möglichkeiten zur Steigerung der Mitarbeitermotivation zur VerfĂŒgung – Materielle, Immaterielle und sogenannte Hybride Maßnahmen.

Mitarbeitermotivation mit materiellen Möglichkeiten steigern

Materielle Maßnahmen stehen in Zusammenhang mit der extrinsischen Motivation. Dazu zĂ€hlen unter anderem:

  • Gehalt, Bonuszahlungen und Rente
  • BerufsunfĂ€higkeitsversicherung und Hinterbliebenenversicherung
  • Firmenwagen, Fahrrad-Leasing, Jobticket, etc.
  • Unternehmensanteile
  • Andere finanzielle Zusatzleistungen, Gutscheine und Bezuschussungen

Das Problem: Materielle Maßnahmen sind nicht nachhaltig. Zwar lassen sich Mitarbeiter:innen kurzeitig motivieren, wenn sie ein höheres Gehalt bekommen, doch stellt sich mit der Zeit auch ein Gewöhnungseffekt ein und der Motivationsschub ist nur von kurzer Dauer. Ausschließlich extrinsisch motivierte Arbeitnehmer:innen werden mit Sicherheit irgendwann den Betrieb verlassen.

Immaterielle Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeitermotivation

Immaterielle Maßnahmen sind mit der intrinsischen Motivation verknĂŒpft. Auch wenn sich diese nur schwer messen lĂ€sst – bietet ein hohes Maß an intrinsischer Motivation ideale Voraussetzungen fĂŒr langfristig motivierte und zufriedene Mitarbeiter:innen. Folgende Faktoren sprechen fĂŒr eine hohe intrinsische Motivation:

  • Hohe Mitarbeiterzufriedenheit in Bezug auf Gehalt, Arbeitsplatz und Anerkennung
  • Freie Entfaltung durch eine motivierende und befĂ€higende FĂŒhrung und ideale Ausstattung
  • Individuelles Wachstum der Mitarbeiter:innen durch Mentoring und Fortbildung. Empfinden sie ihre Arbeit als sinnstiftend?
  • Positive Teamkultur: Hohes Maß an gegenseitiger UnterstĂŒtzung, WertschĂ€tzung sowie offenem Feedback und Lob im Team und zwischen Mitarbeitenden und Management
  • Gemeinsame Ziele und Werte sowie Bekennung zum Arbeitgeber seitens der Mitarbeiter:innen – auch in Krisenzeiten
  • SicherheitsgefĂŒhl und Work-Life-Balance

Intrinsisch motivierte Mitarbeiter bringen sich langfristig im Unternehmen ein. Sie spĂŒren eine emotionale Verbundenheit zum Betrieb. Das Management muss großes FingerspitzengefĂŒhl zeigen, um BeschĂ€ftigte intrinsisch zu motivieren und dafĂŒr im stĂ€ndigen Dialog mit den Mitarbeitenden sein, um eine emotionale Bindung aufzubauen.

Hybride Maßnahmen zur Steigerung der Mitarbeitermotivation

Hybride Maßnahmen wirken sich als Mischform auf die extrinsische und intrinsische Motivation aus. Zu diesen zĂ€hlen etwa:

  • Freizeit- und Sportangebote sowie BetriebsausflĂŒge und Wellnessangebote
  • Fortbildungen
  • Obstangebot im BĂŒro sowie gesunde Speisen in der Kantine
  • Regelungen fĂŒr mobiles Arbeiten und flexible Arbeitszeiten

Branchenspezifische Beispiele fĂŒr Mitarbeitermotivation

Unterschiedlichen Branchen erfordern unterschiedliche Herangehensweisen von Arbeitgeber:innen, um die Mitarbeitermotivation zu steigern. So können sich etwa in der Pflegebranche, in der ohnehin Faktoren wie FachkrĂ€ftemangel und emotionaler Druck vorherrschen, zusĂ€tzlicher Zeitdruck, schlechte Arbeitsbedingungen und unrealistische Erwartungen negativ auf die Zufriedenheit und Motivation von Mitarbeitenden auswirken. WertschĂ€tzung und eine offene und transparente FĂŒhrung und Kommunikation, die von regelmĂ€ĂŸigem Lob und Feedback geprĂ€gt sind, sind wesentliche Hebel, auch in der Pflege Mitarbeiter:innen nachhaltig zu motivieren und ihnen ein positives Umfeld zu schaffen.

Auch in technischen bzw. produzierenden Unternehmen wird es zur Herausforderung, Mitarbeitende nachhaltig zu motivieren. Die kommunikative Kluft zwischen operativen Mitarbeiter:innen, die meist noch nicht einmal ĂŒber eine eigene E-Mail-Adresse verfĂŒgen, und BeschĂ€ftigten am Schreibtisch wird durch fehlende WertschĂ€tzung und eine schlechte Kommunikation noch intensiviert. Zuhören, offenes Feedback, Lob sowie eine durchdachte interne Kommunikationsstrategie mit den richtigen modernen Tools, bpsw. einer Mitarbeiter-App, tragen auch in dieser heterogenen Branche in hohem Maß dazu bei, Mitarbeiter:innen zu motivieren.

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