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7 Min. Lesezeit

Digitalisierung der Lagerlogistik: Palettenmeldungen ohne Excel und Umwege

Veröffentlicht:

Das Lagerverwaltungssystem kennt die Warenbestände. Wareneingänge werden gescannt, Kommissionieraufträge digital verteilt und Auslieferungen gebucht. Doch wenn die Zentrale wissen möchte, wie viele Paletten an den einzelnen Standorten zur Rückführung bereitstehen, kann trotzdem eine Telefonkette beginnen: Nachricht an die Bezirksleitung, Rückfrage in der Filiale, Eintrag in eine Tabelle, Weiterleitung an die Disposition.

Die Information ist vorhanden. Nur nicht dort, wo sie gebraucht wird. Genau an solchen Übergaben lohnt sich ein genauer Blick auf die Digitalisierung der Lagerlogistik. Nicht jeder Medienbruch erfordert ein neues Warehouse Management System oder eine aufwendige Automatisierung. Manchmal fehlt ein klar definierter Weg wie eine Prozessautomatisierung, über den Mitarbeitende vor Ort eine Information erfassen und an den zuständigen Prozess übergeben können.

Dr. Nirmalarajah Asokan
Lagerarbeiterin erfasst Palettenmeldungen mit dem Smartphone im Lager.

Was umfasst die Digitalisierung der Lagerlogistik?

Lagerdigitalisierung reicht von der digitalen Bestandsführung bis zur vernetzten Fördertechnik. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von den Waren, dem Auftragsvolumen, der Standortstruktur und den Aufgaben der Beschäftigten ab.

Für die Planung hilft es, drei Perspektiven zu unterscheiden. Sie sind keine feste Reifegradfolge, sondern ergänzen sich.

1. Systeme und Datenerfassung

Ein Warehouse Management System, kurz WMS, unterstützt beispielsweise die Verwaltung von Lagerplätzen, die Bestandsführung und die Steuerung von Kommissionieraufträgen. Barcode-Scanner, RFID und mobile Endgeräte verbinden physische Vorgänge mit digitalen Datensätzen.

Entscheidend ist nicht allein, dass ein System existiert. Entscheidend ist auch, welche Vorgänge tatsächlich erfasst werden, wie aktuell die Daten sind und wer sie nutzen kann.

2. Automatisierung und Assistenz

Fahrerlose Transportsysteme, Sortiertechnik und Kommissionierhilfen können ausgewählte Arbeitsschritte automatisieren oder Beschäftigte dabei unterstützen. Pick-by-Light, Pick-by-Voice und Pick-by-Vision helfen beispielsweise bei der Entnahme von Artikeln.

Nicht jedes Lager braucht jede Technologie. Eine Lösung für ein hochvolumiges Distributionszentrum muss nicht zu einem kleinen Warenlager oder einem Filialnetz passen. Digitalisierung kann auch ohne umfangreiche physische Automatisierung einen Nutzen schaffen.

3. Operative Meldungen und Zusammenarbeit

Ein beschädigter Ladungsträger, eine Abweichung beim Wareneingang oder ein fehlendes Arbeitsmittel wird häufig zuerst von einer Person vor Ort bemerkt. Solche Beobachtungen müssen nachvollziehbar erfasst, zugeordnet und bearbeitet werden.

Dafür braucht es einen geeigneten Prozess: Wer meldet was? Welche Angaben sind erforderlich? Wer erhält die Meldung? Und wie wird sichtbar, ob sie bereits bearbeitet wurde?

Das Fraunhofer IML beschreibt einen durchgängigen digitalen Informationsfluss als Ansatz, um Fehleingaben, doppelte Dateneingaben und Verzögerungen zu reduzieren. Genau hier setzen strukturierte mobile Meldeprozesse an.

Warum ein WMS nicht jeden Meldeprozess automatisch löst

Moderne Lagerverwaltungssysteme können mobile Oberflächen, Schadenserfassung und weitere operative Funktionen anbieten. Deshalb wäre es falsch zu behaupten, ein WMS sei grundsätzlich nicht für Mitarbeitende ohne PC-Arbeitsplatz geeignet.

Trotzdem können im konkreten Betrieb Lücken bleiben.

Vielleicht haben Filialteams keinen Zugang zum zentralen System. Vielleicht ist die Palettenrückführung nicht im eingerichteten Prozess abgebildet. Oder eine vorhandene Funktion ist im Arbeitsalltag zu umständlich, sodass Informationen weiterhin über E-Mail oder Chat weitergegeben werden.

Vor einer zusätzlichen Softwareentscheidung sollten Unternehmen deshalb prüfen:

  • Kann das vorhandene WMS den Vorgang bereits abbilden?

  • Haben die zuständigen Personen einen geeigneten Zugang?

  • Lässt sich die bestehende Oberfläche für diese Aufgabe sinnvoll nutzen?

  • Fehlt eine Funktion, eine Schnittstelle oder lediglich eine klare Zuständigkeit?

Ein zusätzlicher mobiler Meldekanal ist dann sinnvoll, wenn er eine konkrete Lücke schließt. Er sollte keine zweite, widersprüchliche Bestandsführung schaffen.

Das Ziel ist nicht ein weiteres System. Das Ziel ist ein verlässlicher Prozess zwischen dem Standort und dem System, das die Information benötigt.

Praxisbeispiel: Palettenmeldungen im Filialnetz

Betrachten wir einen beispielhaften Ablauf in einem Filialunternehmen. Die Zentrale fragt regelmäßig ab, wie viele Paletten an den Standorten zur Rückführung bereitstehen. Eine verantwortliche Person zählt die Paletten und meldet die Anzahl. Bezirksleitungen sammeln die Rückmeldungen und geben eine zusammengeführte Übersicht weiter.

Die Aufgabe selbst ist einfach. Die Übergaben machen sie kompliziert.

Unterschiedliche Antworten erschweren die Auswertung

„Zwölf Paletten“, „12 Stück hinten im Lager“ und „wie letzte Woche“ können im Gespräch verständlich sein. Für die zentrale Auswertung sind sie jedoch unterschiedlich gut geeignet.

Ein digitaler Meldeprozess legt deshalb vorab fest, welche Information gebraucht wird: beispielsweise Standort, Stichtag, Ladungsträgertyp und Anzahl der abholbereiten Paletten.

Fehlende Meldungen müssen sichtbar werden

Eine eingegangene E-Mail zeigt noch nicht, ob alle erwarteten Standorte geantwortet haben.

Eine zentrale Übersicht kann eingegangene Meldungen mit der Liste der meldepflichtigen Standorte abgleichen. So wird unterscheidbar, ob eine Filiale keine Paletten zur Abholung hat oder noch nicht gemeldet hat.

Korrekturen brauchen eine eindeutige Regel

Ändert sich eine Anzahl nach der ersten Meldung, muss klar sein, ob die neue Meldung eine frühere ersetzt oder ergänzt.

Ein geeigneter Prozess verknüpft die Korrektur mit Standort und Meldezeitraum. Zeitstempel und Bearbeitungsregeln helfen dabei, die gültige Meldung zu bestimmen.

Die Meldung muss beim richtigen Empfänger ankommen

Strukturierte Eingaben allein beseitigen noch keinen Medienbruch. Wenn jemand die Ergebnisse anschließend erneut in ein anderes System überträgt, bleibt ein Teil der manuellen Arbeit bestehen.

Deshalb gehört zur Digitalisierung auch die Frage, wie Daten exportiert oder über eine eingerichtete Schnittstelle an das Zielsystem übergeben werden.

So kann ein digitaler Palettenmeldeprozess aussehen

Ein sinnvoller Ablauf beginnt mit wenigen klaren Schritten:

  1. Standort und Zeitraum zuordnen. Die meldende Person wählt ihren Standort und den betreffenden Meldezeitraum. Wo technisch und organisatorisch möglich, werden diese Angaben vorbelegt.

  2. Ladungsträger erfassen. Die Person gibt die Anzahl für die definierten Palettentypen ein. Pflichtfelder und passende Eingabeformate reduzieren Interpretationsspielräume.

  3. Angaben prüfen und bestätigen. Eine kurze Zusammenfassung macht sichtbar, was übermittelt wird. Eine einfache Rückfrage kann auffällige Eingaben zur Prüfung markieren.

  4. Daten übergeben. Die Meldung wird zentral gespeichert und je nach Einrichtung exportiert oder an ein angebundenes System übertragen.

  5. Vollständigkeit und Ausnahmen bearbeiten. Verantwortliche sehen fehlende Meldungen, Korrekturen und offene Rückfragen und können gezielt reagieren.

Eine Fotodokumentation kann bei beschädigten oder nicht eindeutig zugeordneten Ladungsträgern hilfreich sein. Für eine reine Mengenmeldung ist sie nicht automatisch notwendig.

Auch „Echtzeit“ sollte konkret definiert werden. Ein Dashboard kann eine Meldung erst anzeigen, nachdem sie erfasst und verarbeitet wurde. Bei einer täglichen oder wöchentlichen Abfrage liefert es den neuesten gemeldeten Stand – nicht zwingend den aktuellen physischen Bestand.

Logistik 4.0: Vernetzung braucht verlässliche Eingangsdaten

Logistik 4.0 überträgt Prinzipien der Industrie 4.0 auf logistische Prozesse. Dazu gehören vernetzte Systeme, Sensorik, das Internet of Things, Cloud-Technologien und datenbasierte Steuerung.

Die technische Vernetzung kann Warenbewegungen transparenter machen und die Abstimmung zwischen Lager, Transport und weiteren Beteiligten unterstützen. Sie beantwortet aber nicht automatisch jede organisatorische Frage.

Wer dokumentiert eine Beschädigung? Wer bestätigt, dass eine Palette tatsächlich abholbereit ist? Was passiert, wenn eine Meldung fehlt?

Je nach Umgebung können Sensoren, RFID oder kamerabasierte Systeme auch Ladungsträger erfassen. In anderen Situationen ist eine menschliche Beobachtung der praktikablere Ausgangspunkt. Entscheidend ist, beide Arten der Datenerfassung sinnvoll in den Prozess einzubinden.

Eine vernetzte Lieferkette braucht nicht überall dieselbe Technologie. Sie braucht Daten, deren Herkunft, Bedeutung und Aktualität nachvollziehbar sind.

Welche Rolle spielt KI in der Lagerlogistik?

Künstliche Intelligenz kann unter anderem Nachfrageprognosen, Lagerplatzoptimierung, vorausschauende Wartung und Routenplanung unterstützen. Ob daraus ein wirtschaftlicher Vorteil entsteht, hängt vom Anwendungsfall, der Datenbasis und der Umsetzung ab.

Für operative Meldeprozesse ist besonders die Datenqualität relevant.

Wenn verschiedene Standorte unterschiedliche Begriffe verwenden, Zeiträume vermischen oder Korrekturen nicht kennzeichnen, wird die Auswertung schwieriger. Ein strukturiertes Formular ersetzt zwar keine gute Planung, schafft aber eine besser interpretierbare Grundlage.

KI kann zudem bei der Verarbeitung von Informationen helfen: etwa Meldungen zusammenfassen, Inhalte kategorisieren oder Wissen aus freigegebenen Unternehmensunterlagen zugänglich machen.

Dabei muss klar bleiben, wo die Grenzen liegen. Bei Gefahrgut, Arbeitsschutz und anderen sicherheitskritischen Themen ersetzt eine KI-Antwort keine verbindliche Anweisung oder vorgeschriebene Unterweisung. Verantwortlichkeiten und Prüfprozesse bleiben notwendig.

KI ist kein Ersatz für die Gestaltung des Meldewegs. Sie baut auf dessen Qualität auf.

E-Commerce und Retouren: Mehr Vorgänge, mehr Abstimmung

E-Commerce verändert die Anforderungen an die Lagerlogistik. Einzelbestellungen, unterschiedliche Versandoptionen und Rücksendungen erfordern andere Abläufe als die gebündelte Belieferung weniger Abnehmer.

Retouren müssen angenommen, geprüft und einer weiteren Verwendung zugeordnet werden. Dabei können zusätzliche Informationen entstehen: Ist die Verpackung beschädigt? Fehlen Bestandteile? Kann der Artikel wieder verkauft werden?

Diese Informationen sollten dort erfasst werden, wo die Prüfung stattfindet. Welche Angaben und Fotos notwendig sind, hängt von der Ware und dem Prüfprozess ab.

Dasselbe gilt für dezentrale Fulfillment-Strukturen. Je mehr Standorte an einem Ablauf beteiligt sind, desto wichtiger werden einheitliche Definitionen, klare Zuständigkeiten und ein nachvollziehbarer Meldestatus.

Ein mobiler Prozess kann diese Abstimmung unterstützen. Er ersetzt jedoch weder eine geeignete Lagersteuerung noch die Planung der Transport- und Retourenprozesse.

Welche Technologie passt zu welcher Aufgabe?

Ein Barcode-Scanner, eine Datenbrille und ein Smartphone lösen unterschiedliche Probleme.

Für die wiederholte Identifikation von Artikeln kann ein Scanner sinnvoll sein. Für visuell geführte Kommissionierung kann Pick-by-Vision Vorteile bieten. Für eine kurze Mengenmeldung oder eine Schadensdokumentation kann eine mobile Oberfläche genügen.

DHL dokumentierte in einem Pilotprojekt mit Augmented Reality eine Effizienzsteigerung von 25 Prozent im Picking. Das ist ein Ergebnis unter bestimmten Projektbedingungen – keine allgemeine Zusage für jedes Lager und keine Aussage über die Schulungsdauer.

Die Auswahl sollte deshalb von der Aufgabe ausgehen:

  • Welche Information muss erfasst werden?

  • Unter welchen Bedingungen wird gearbeitet?

  • Müssen die Hände frei bleiben?

  • Welche Geräte sind verfügbar und zulässig?

  • Wie wird die Lösung in bestehende Abläufe integriert?

Nicht die technisch aufwendigste Lösung ist automatisch die beste. Entscheidend ist, ob sie die Aufgabe zuverlässig unterstützt und im Arbeitsalltag genutzt werden kann.

Lagerlogistik digitalisieren: Mit einem begrenzten Pilot starten

Ein klar abgegrenzter Meldeprozess kann ein sinnvoller Einstieg sein. Besonders geeignet ist eine Aufgabe, deren Ergebnis eindeutig ist und deren aktueller Aufwand sich erfassen lässt.

Prozess und Ausgangslage festhalten

Dokumentieren Sie zunächst, wer Informationen liefert, welche Übergaben stattfinden und wo die Daten am Ende gebraucht werden. Prüfen Sie dabei auch die Funktionen vorhandener Systeme.

Erheben Sie die Ausgangslage, statt pauschale Einsparungen anzunehmen: Wie lange dauert die Bearbeitung? Wie viele Rückfragen entstehen? Wie oft fehlen Angaben?

Daten und Verantwortlichkeiten definieren

Legen Sie fest, was genau gemeldet wird. Bei Paletten betrifft das beispielsweise Typ, Zustand, Abholbereitschaft, Standort und Stichtag.

Bestimmen Sie außerdem, wer für fehlende Meldungen, Korrekturen und technische Fehler zuständig ist.

Zugang und Integration klären

Prüfen Sie Geräteverfügbarkeit, Benutzerrechte, Datenschutz und gegebenenfalls Regeln für private Endgeräte. Schichtbetrieb, Sprachbedarf und Nutzung mit Handschuhen können die Gestaltung beeinflussen.

Definieren Sie anschließend, wie die Daten das Zielsystem erreichen und wie fehlgeschlagene Übertragungen erkannt werden.

Mit ausgewählten Standorten testen

Ein Pilot sollte nicht nur unter idealen Bedingungen laufen. Beziehen Sie unterschiedliche Standorte und die Personen ein, die die Meldungen später tatsächlich bearbeiten.

Prüfen Sie, ob die Felder verständlich sind, Korrekturen funktionieren und die zentrale Übersicht im Alltag hilfreich ist.

Wirkung messen und schrittweise erweitern

Geeignete Kennzahlen sind beispielsweise:

  • Anteil vollständig eingegangener Meldungen;

  • Zeit bis zum Vorliegen der zentralen Übersicht;

  • Zahl der Rückfragen und Korrekturen;

  • manueller Aufwand für Sammlung und Übertragung;

  • erfolgreiche und fehlgeschlagene Datenübertragungen.

Bewerten Sie die Ergebnisse im Vergleich zur dokumentierten Ausgangslage. Erst dann lässt sich entscheiden, ob der Prozess angepasst oder auf weitere Standorte ausgeweitet werden sollte.

Die Einführungsdauer hängt unter anderem von Systemzugängen, Schnittstellen, Freigaben und dem Rolloutumfang ab. Eine feste Zeitspanne lässt sich ohne diese Informationen nicht seriös zusagen.

Wie Flip AI operative Meldeprozesse unterstützen kann

Flip AI verbindet operative Mitarbeitende über eine mobile Plattform mit Informationen und digitalen Abläufen ihres Unternehmens.

Mit Flows lassen sich geführte Prozesse gestalten, beispielsweise für Meldungen, Anfragen und Freigaben. Für eine Palettenmeldung kann ein solcher Ablauf die benötigten Angaben Schritt für Schritt erfassen und damit einen einheitlichen Meldeweg schaffen.

Frontline Identity bietet Aktivierungs- und Anmeldemöglichkeiten für Beschäftigte ohne Firmen-E-Mail-Adresse, darunter QR- beziehungsweise Invite-Codes und Passkeys. Welche Verfahren eingesetzt werden, hängt von der gewählten Einrichtung ab. Geräteverfügbarkeit, Berechtigungen und organisatorische Freigaben müssen weiterhin geklärt werden.

Mit Fusion können passende Anwendungen und Ansichten aufgebaut werden. Ob eine Übersicht auf Daten aus einem ERP, WMS oder einer Auswertungsplattform zugreifen kann, hängt von den verfügbaren Schnittstellen und der konkreten Integration ab.

Dabei sind zwei Dinge zu unterscheiden: Single Sign-on vereinfacht die Anmeldung an angebundenen Anwendungen. Für den fachlichen Austausch von Palettenmeldungen oder Bestandsdaten braucht es zusätzlich eine geeignete Datenanbindung.

Flip AI ist in diesem Ansatz kein Ersatz für das Lagerverwaltungssystem. Es kann eine mobile Prozessschicht ergänzen, über die Mitarbeitende Informationen erfassen und in definierte Abläufe einbringen.

Der Einstieg sollte deshalb konkret sein: eine Aufgabe, eine klar benannte Zielgruppe und ein messbares Ergebnis.

Häufige Fragen zur Digitalisierung der Lagerlogistik

Was versteht man unter Digitalisierung der Lagerlogistik? +

Sie umfasst die digitale Abbildung und Vernetzung von Informationen und Abläufen rund um Wareneingang, Lagerung, Bestandsführung, Kommissionierung und Warenausgang. Dazu gehören Lagerverwaltungssysteme, mobile Datenerfassung und je nach Bedarf Automatisierung, Assistenzsysteme sowie digitale Meldeprozesse.

Wie unterscheidet sich Logistik 4.0 von der Digitalisierung einzelner Lagerprozesse? +

Einzelne Prozesse lassen sich unabhängig voneinander digitalisieren. Logistik 4.0 richtet den Blick stärker auf die Vernetzung von Systemen und Abläufen innerhalb des Unternehmens und entlang der Lieferkette. Digitale Daten sollen nicht nur entstehen, sondern zwischen den beteiligten Prozessen nutzbar werden.

Wie lassen sich Palettenmeldungen digitalisieren? +

Durch einen standardisierten Ablauf, der Standort, Meldezeitraum, Palettentyp und Anzahl eindeutig erfasst. Dazu gehören Regeln für fehlende Meldungen und Korrekturen sowie ein definierter Weg in die zentrale Auswertung oder das Zielsystem.

Muss dafür das bestehende WMS ersetzt werden? +

Nicht zwangsläufig. Zunächst sollte geprüft werden, ob das vorhandene WMS die Aufgabe bereits unterstützt. Ein zusätzlicher mobiler Meldeprozess kann sinnvoll sein, wenn Funktionen oder Zugänge fehlen. Dabei müssen Datenhaltung und Zuständigkeiten klar geregelt sein.

Ist eine digitale Palettenübersicht automatisch in Echtzeit aktuell? +

Nein. Sie zeigt den neuesten erfassten und verarbeiteten Stand. Die Aktualität hängt von Meldehäufigkeit, Übertragungsintervallen und Verarbeitung ab. Eine laufende physische Bestandsverfolgung erfordert eine entsprechend ausgelegte Datenerfassung.

Wie lange dauert die Einführung? +

Das hängt vom Prozessumfang, den verfügbaren Geräten, der Systemintegration und den notwendigen Freigaben ab. Ein begrenzter Pilot hilft, Anforderungen und Aufwand zu klären, bevor ein größerer Rollout geplant wird.

Woran lässt sich der Nutzen messen? +

An der Vollständigkeit der Meldungen, der Bearbeitungszeit, dem manuellen Übertragungsaufwand und der Zahl von Rückfragen und Korrekturen. Vergleichen Sie diese Kennzahlen mit der Ausgangslage und berücksichtigen Sie auch den laufenden Betriebsaufwand.

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Fazit: Der nächste Schritt kann eine bessere Palettenmeldung sein

Die Digitalisierung der Lagerlogistik besteht nicht nur aus Robotern, Sensoren und KI. Sie betrifft auch die alltäglichen Übergaben zwischen den Menschen, die Informationen erfassen, und den Systemen, die sie verarbeiten.

Eine digitale Palettenmeldung löst nicht alle Herausforderungen eines Lagers. Sie kann aber einen klar abgegrenzten Ablauf verbessern: Angaben vereinheitlichen, fehlende Rückmeldungen sichtbar machen und manuelle Übergaben reduzieren.

Beginnen Sie dort, wo die Lücke konkret ist. Prüfen Sie vorhandene Funktionen, definieren Sie den Meldeweg und messen Sie die Wirkung im Pilot.

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Quellen:

Dr. Nirmalarajah Asokan

Dr. Nirmalarajah Asokan ist Senior Content Marketing Manager bei Flip AI und schreibt zu Themen wie HR-Digitalisierung, Mitarbeiter-Apps, interne Kommunikation und KI-Transformation. Mit akademischem Hintergrund und jahrelanger Erfahrung im Content Marketing sowie SEO spezialisiert er sich auf praxisnahe und datengetriebene Inhalte rund um Employee Experience, Change Management und digitale Kollaboration für moderne Unternehmen.​

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