Beschreibung des Softwaredienstes – Flip Fusion
Stand: 06.08.2026
Flip Fusion ist ein KI-gestützter App-Builder innerhalb der Flip-Plattform. Aus einer natürlichsprachlichen Eingabe (Prompt) entsteht in einem Schritt eine einsatzfähige Anwendung (die „generierte App“), die vollständig innerhalb der Flip-Plattform läuft und deren Funktionen – insbesondere Nutzerverwaltung, Rollen und Rechte sowie Integrationen – nutzt. Flip Fusion stellt die folgenden Funktionen bereit:
App-Erstellung
Generierung aus natürlicher Sprache. Aus einem Prompt wird in einem Schritt eine lauffähige Anwendung erzeugt, die innerhalb der Flip-Plattform ausgeführt wird.
Iterative Anpassung. Generierte Apps lassen sich über eine dialogbasierte (Chat-)Interaktion iterativ anpassen und weiterentwickeln; die jeweils relevante Chat-Historie wird nur insoweit an das Sprachmodell übergeben, wie dies für die Generierung bzw. Anpassung erforderlich ist.
Vorschau und Freigabe. Generierte Apps werden vor der Ausspielung angezeigt und durch den Kunden freigegeben. Über den produktiven Einsatz entscheidet der Kunde eigenverantwortlich nach vorheriger Prüfung und funktionaler Abnahme.
Ausspielung an Nutzergruppen. Generierte Apps werden über die Rollen- und Rechteverwaltung der Flip-Plattform an definierte Nutzergruppen ausgespielt. Die Anzahl der ausspielbaren Apps richtet sich nach den vertraglichen Vereinbarungen mit Flip (standardmäßig zwei (2) pro Flip-Tenant). Eine Überschreitung der vereinbarten Anzahl ist möglich und wird nach den im Angebot ausgewiesenen Preisen für zusätzliche Apps gesondert in Rechnung gestellt.
Auflösung tenant-spezifischer Referenzen. Zur Auflösung von App-Abhängigkeiten kann Flip Fusion tenant-spezifische Referenzen (z. B. Kanäle, Nutzer, Seiten, Aufgaben) über die Flip-APIs des Kunden-Tenants auflösen.
Bild- und Medieneinbindung. Für generierte Apps können Bilder über eine optionale Bildsuche anhand aus den Eingaben abgeleiteter Suchbegriffe eingebunden werden; hochgeladene Referenzbilder können als Gestaltungsvorlage verwendet werden.
Integration in die Flip-Plattform
Nutzerverwaltung, Rollen und Rechte. Generierte Apps nutzen die bestehende Nutzerverwaltung sowie das Rollen- und Rechtemodell der Flip-Plattform. Eine gesonderte Nutzer- oder Rechteverwaltung innerhalb der generierten App ist nicht erforderlich.
Plattformbindung. Generierte Apps sind funktional eigenständig, technisch aber an die Flip-Plattform gebunden. Sie sind keine separaten, portierbaren Artefakte; ein Export als eigenständige Anwendung oder als Quellcode erfolgt nicht.
Externe Integrationen
Prüfung und Freigabe. Externe Integrationen sind zum Start nur eingeschränkt möglich. Komplexe externe API-Integrationen sind nicht im Standardumfang enthalten und werden einzelfallbezogen durch das Fusion-Team ausschließlich im Interesse der technischen Integrität und Sicherheit der Flip-Plattform geprüft und freigegeben.
Sichere Anbindung. Vom Kunden hinterlegte API-Schlüssel werden über die hierfür vorgesehene Verbindungsfunktion gesichert serverseitig gespeichert und grundsätzlich nicht in Eingaben an das Sprachmodell übernommen; hiervon ausgenommen sind Schnittstellen, bei denen der Schlüssel technisch Bestandteil der Aufruf-URL ist und deshalb im Kontext der generierten Anwendung verarbeitet wird (Anlage 2 der AVV). Zugehörige API-Dokumentationen (Name, Basis-URL, Dokumenteninhalt) können hochgeladen werden.
KI-Verarbeitung
Modellgestützte Codegenerierung. Die Codegenerierung erfolgt über große Sprachmodelle (LLM-Inferenz). Die Verarbeitung findet innerhalb der Europäischen Union statt; die produktive EU-Umgebung nutzt hierfür Azure-AI-Services-Bereitstellungen in der Microsoft EU Data Zone.
Optionale Web- und Bildsuche. Flip Fusion kann zur Recherche eine optionale Web- und Bildsuche nutzen. Die dabei an externe Such- und Bilddienste übermittelten Suchbegriffe können außerhalb der EU bzw. des EWR verarbeitet werden. Diese Funktionen sind nicht für die Eingabe personenbezogener Daten bestimmt.
Kein Training mit personenbezogenen Daten. Flip verwendet personenbezogene Daten aus der Fusion-Verarbeitung nicht zum Training, zur Feinabstimmung oder zur Verbesserung von KI-Modellen; auch die eingesetzten Modellanbieter verwenden Eingaben und Ausgaben nicht zum Training ihrer Modelle. Einzelheiten regelt die Auftragsverarbeitungsvereinbarung (AVV).
Betrieb, Sicherheit und Datenschutz
Aktivierung und Deaktivierung. Flip Fusion ist für den Tenant des Kunden standardmäßig deaktiviert und wird erst auf dokumentierte Freigabe des Kunden aktiviert. Der Kunde kann Flip Fusion jederzeit auf Tenant-Ebene wieder deaktivieren.
Protokollierung und Schlüsselverwaltung. Am AI-Gateway werden die Inhalte von Eingaben und Ausgaben nicht protokolliert; technische Metadaten (insbesondere Zeitstempel, Statusinformationen) bleiben hiervon unberührt. Vom Kunden hinterlegte API-Schlüssel werden gesichert gespeichert und grundsätzlich nicht in Eingaben an das Sprachmodell übernommen; Anlage 2 der AVV bleibt unberührt.
Datenschutz. Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt nach Maßgabe der Auftragsverarbeitungsvereinbarung (AVV) des Anbieters (Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO). Die anbieterseitigen Anforderungen der Verordnung (EU) 2024/1689 (EU AI Act) werden eingehalten.
Hosting. Flip Fusion wird als Teil der Flip-Plattform in der Europäischen Union betrieben; die LLM-Inferenz erfolgt über Azure-AI-Services-Bereitstellungen in der Microsoft EU Data Zone. Abweichend hiervon können die im Rahmen der optionalen Web- und Bildsuche an externe Such- und Bilddienste übermittelten Suchbegriffe auch außerhalb der EU bzw. des EWR verarbeitet werden (siehe Abschnitt „KI-Verarbeitung“ sowie Ziff. 3.3 der AVV).
Verfügbarkeitsreporting. Der Verfügbarkeitsstatus ist unter getflip.com/status/ jederzeit einsehbar.
Aufbewahrung und Export
Die Aufbewahrungsfristen für die einzelnen Datenkategorien ergeben sich aus der nachfolgenden Übersicht. Als konfigurierbar gekennzeichnete Fristen kann der Kunde innerhalb der vorgesehenen Grenzen selbst einstellen. Kundeninhalte können in den angegebenen Formaten und über die angegebenen Wege exportiert werden. Im Übrigen richtet sich die Löschung nach Vertragsende nach dem Hauptvertrag und der Auftragsverarbeitungsvereinbarung.
Datenkategorie | Aufbewahrung | Konfigurierbar | Export |
Chatverläufe und Builder-Zustände | 12 Monate ab Erhebung, danach Löschung oder Anonymisierung | Nein | Kein Selbstbedienungsexport; auf Anfrage |
Fusion-bezogene Protokolldaten | 12 Monate ab Erhebung, danach Löschung oder Anonymisierung | Nein | Kein Export |
Sicherungskopien (Backups) | Überschreibung spätestens 30 Tage nach Löschung im Produktivsystem | Nein | Kein Export |
Auffällige Ein- und Ausgaben (Missbrauchserkennung Microsoft) | Bis zu 30 Tage, Speicherung innerhalb der EU | Nein | Kein Export |
Bereitgestellte (deployte) Apps | Automatische Löschung der Bereitstellung nach 30 Tagen ohne Nutzung | Nein | Kein Export als eigenständige Anwendung oder als Quellcode |
Quellcode generierter Apps | Für die Dauer des Vertrages; Löschung nach Vertragsende nach Maßgabe der AVV | Nein | Kein Export als eigenständige Anwendung oder als Quellcode |
Entwurfs- und Versionsstände von Apps | Für die Dauer des Vertrages; Vorschauen werden clientseitig erzeugt und nicht gespeichert | Nein | Kein Export |
Daten, die die generierten Apps selbst erheben | Löschung mit Löschung der App bzw. der Sitzung | Nein | Kein Selbstbedienungsexport; auf Anfrage |
Über die Bildsuche eingebundene Bilder | Keine Speicherung durch den Anbieter | Nein | Kein Export |
Hinterlegte API-Schlüssel | Für die Dauer der jeweiligen Anbindung, längstens für die Dauer des Vertrages | Nein | Kein Export |
Hochgeladene API-Dokumentationen | Für die Dauer der jeweiligen Anbindung, längstens für die Dauer des Vertrages | Nein | Kein Selbstbedienungsexport; auf Anfrage |
Nutzungsdaten der Apps | Werden nicht erhoben | – | – |
Für Flip Fusion steht kein Selbstbedienungsexport zur Verfügung. Auf Anfrage des Kunden über den Support stellt der Anbieter die in Flip Fusion gespeicherten Kundeninhalte in einem gängigen elektronischen Format bereit; dies umfasst insbesondere die Unterstützung des Kunden bei der Erfüllung von Betroffenenrechten nach Art. 15 und Art. 20 DSGVO nach Maßgabe der Auftragsverarbeitungsvereinbarung. Ein Export generierter Apps als eigenständige Anwendung oder als Quellcode erfolgt nicht. Die Angaben in der Spalte „Export“ betreffen die während der Vertragslaufzeit verfügbaren Exportfunktionen; die Rechte des Kunden nach dem Hauptvertrag (Wechselunterstützung) und nach der Auftragsverarbeitungsvereinbarung bleiben unberührt.
Für die als „Kein Export“ gekennzeichneten Datenkategorien besteht keine Exportfunktion; enthalten sie Kundeninhalte im Sinne der Ziff. 1 der AGB, stellt der Anbieter diese auf Anforderung über den Support in einem strukturierten, gängigen und maschinenlesbaren Format bereit. Ziff. 9.5 der AGB sowie die Rechte des Kunden nach Ziff. 16.2 der AGB (Wechselunterstützung) bleiben unberührt.
Systemvoraussetzungen
Für Betriebssysteme und Browser der Endgeräte gelten folgende Mindestanforderungen:
Betriebssysteme
Windows: letzte 3 Hauptversionen
macOS: letzte 3 Hauptversionen
iOS: letzte 3 Hauptversionen
Android: letzte 6 Hauptversionen
Flip App: iOS letzte 2 Hauptversionen, Android letzte 2 Hauptversionen
Browser
Chrome Desktop & Mobile: letzte 3 Hauptversionen
Edge Desktop: letzte 3 Hauptversionen
Firefox Desktop: letzte 3 Hauptversionen
Safari Desktop: letzte 3 Minor-Versionen
Flip Fusion wird innerhalb der Flip-Plattform genutzt; es gelten ergänzend die Systemvoraussetzungen der Flip-Plattform.
Rechtlicher Rahmen
Diese Beschreibung des Softwaredienstes beschreibt die Beschaffenheit des Softwaredienstes Flip Fusion. Welche Funktionen im Einzelfall geschuldet sind, ergibt sich aus dem Angebot in Verbindung mit dem Hauptvertrag; sind für den Kunden Besondere Bedingungen Flip Fusion vereinbart, gehen diese nach Ziff. 18.1 der AGB vor. Flip Fusion setzt die Nutzung der Flip-Plattform voraus; ergänzend gilt die Beschreibung des Softwaredienstes der Flip-Plattform. Die geschuldete Servicequalität und -verfügbarkeit richtet sich nach dem Service-Level-Agreement der Flip-Plattform; dieses gilt für die Verfügbarkeit und den Betrieb der Fusion-Umgebung (Builder, Laufzeitumgebung und Speicher). Für die mit Flip Fusion erzeugten Apps gilt kein Service Level. Deren Funktionsfähigkeit, Qualität und Verfügbarkeit liegen in der Verantwortung des Kunden, da sie maßgeblich von den Eingaben des Kunden (Prompts) sowie von angebundenen Drittsystemen abhängen. Der Anbieter kann den Dienst im Rahmen der vertraglichen Regelungen (Modifikationen) weiterentwickeln. Die aktuelle Fassung dieser Beschreibung des Softwaredienstes ist unter https://www.getflip.com/de/legal/softwarebeschreibung-fusion/ abrufbar.